Das künstlerische Kollektiv et art. (seit 2022) setzte sich im Jahr 2022/23 musikalisch, lyrisch und fotografisch mit der wissenschaftlichen Publikation und dem Thema Waldbrände in Österreich auseinander. et art. verbindet mittels künstlerischer Strategien Wissenschaft und Emotionen. Zentrales Element des forscherischen Vorhabens ist ein physisches Künstler:innen-Magazin, ein sogenanntes Zine. Diese Publikation besteht aus audio-visuellen und literarischen Übersetzungen einer ausgewählten Forschungspublikation über die Klimakrise in Österreich. et art. entwickelt zudem partizipative Formate, um gemeinsam neue nachhaltige Narrative zu bilden. Sie beschäftigen sich mit Fragen wie: wie fühlt es sich an, wenn ein Wald brennt? Wie sieht so ein metaphorisches Feuer aus? Und wie lässt sich die Lücke zwischen Erkenntnissen und Emotionen überbrücken?





Die Klimakrise manifestiert sich immer stärker überall auf der Welt. Großflächige Waldbrände wie in Australien, Kalifornien oder Italien werden dadurch immer wahrscheinlicher – auch in den Wäldern Österreichs. Zudem verursacht der Mensch weiterhin durch sein direktes Verhalten den Großteil dieser Brände, so Henner und Kirchgast in ihrer Studie “Wie der Klimawandel das Risiko von Waldbränden in Österreich erhöht” (2021).
Das Zine sowie dessen Entstehungsprozess und einige grafische sowie literarische Einzelbeiträge wurden im Zuge des Open House Day 2022 am 9.11.2022 an der Universität für Angewandte Kunst Wien ausgestellt. In einem ca. 30m2 großen Raum konnten Besucher:innen die audio-visuellen Arbeiten der Künstler:innen über eine Projektion sowie eine kleine Soundinstallation erforschen und sich dazu entweder auf Pölstern am Boden oder in einem Schaukelstuhl im Ausstellungsraum niederlassen. In große Holztafeln eingelassen konnten sie poetische Zeilen der Künstler:innen betrachten sowie durch Berührung der Hölzer erfahren, grafische Auszüge aus dem gedruckten Zine an den Wänden betrachten oder eine der ca. A5 großen Publikationsarbeiten durchsehen und mitnehmen. Durch die spezielle Positionierung der Arbeiten auf Wänden, vor Fenstern, am Boden oder auch auf einem Tisch wurden unterschiedliche räumliche Dimensionen genutzt, um den vielseitigen Charakter der Arbeit zu unterstreichen. Die raumumfassende Gestaltung konnte einmal mehr den um sich greifenden Charakter eines Brandes vermitteln, um diese sensible, relevante Thematik nachdrücklich an Besucher:innen weiterzugeben.
Das Kollektiv besteht nach wie vor und beschäftigt sich in seinem aktuellen Projekt mit dem Element Wasser. Nähere Infos, Ausstellungsanfragen und Bestellung des künstlerischen Zines „et art 02: Wasser“ über deren Instagram-Kanal oder direkt per Mail an et_art@outlook.com
Künstler:innen und Musiker:innen
Cornelia Dirnberger, Kunstuniversität Linz
Konstantina Hornek, Universität für Angewandte Kunst Wien
Jacob Niller, Kunstuniversität Graz
Frida Teller, Universität für Angewandte Kunst Wien
Johanna Unterpertinger, Kunstuniversität Graz
Soundcloud: et art.
Instagram: et_art_zine
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EnvironMental (2022) widmet sich künstlerisch-forschend der Frage: wie kann der Klimawandel und die damit zusammenhängenden Folgen auf die mentale Gesundheit über künstlerische Prozesse sichtbar gemacht werden? Ziel des Projekts ist es, diese Frage und mögliche Antworten darauf bei Präsenzworkshops und Performances zu erforschen und zugänglich zu machen.

Das Programm der Veranstaltungsreihe beinhaltete drei Hauptevents: eine künstlerische Präsentation von audiovisuellen Kompositionen und Malereien, ein partizipativer Workshop, sowie eine Bühnenaufführung mit Barockmusik und Opernrepertoire. Alle Teilbeiträge des Programms sollen unterschiedliche Dimensionen des Klimawandels abbilden, erforschen und befragen. Der erste Teil der künstlerischen Präsentation beinhaltet ein Gemälde der Malerin Sibel Koschinski (Kunstuniversität Linz) sowie eine musikalische Klanginterpretation und -aufnahme des Musikers Zekö Sebesy (Universität Mozarteum Salzburg). Im Zentrum dessen steht das Konzept der Natur. Der Musiker Zekö Sebesy komponierte ein Musikstück, das von Tönen aus der Natur geprägt ist. Dieses Musikstück wurde an die Malerin Sibel Koschinksi weitergeben, welche es malerisch interpretierte. Diese Malerei erhielt wiederum Sebesy, der das Kunstwerk musikalisch neu interpretierte und eine Aufnahme aus unterschiedlichen Klängen (Aufnahmen aus der Natur, Improvisation mit Trompete usw.) abmischte und gestaltete. So entstand eine anhaltende Konversation über die verschiedenen Künste, welche unterschiedliche Interpretationsformen der Natur und ihrer Erscheinungen ins Zentrum stellt.
Die partizipativen Workshops sollen die aktuellen Umstände der mentalen Gesundheit unserer Gesellschaft thematisieren. Basierenden auf unterschiedlichen Theorien aus der Kunsttherapie, laden die Workshops dazu ein, mit der Leiterin Clara Heupgen (Universität Mozarteum Salzburg) die direkten Zusammenhänge und Auswirkungen des Klimawandels auf die mentale Gesundheit der Menschen gemeinsam zu beforschen und so eine komplexe, abstrakte Thematik greifbar zu machen. Auf einer anderen Ebene der darstellenden Künste wird schließlich dieses Themengeflecht über musikalische und schauspielerische Beiträge interpretiert. Hierzu werden folgende Künstler:innen ihre Kompositionen sowie Auszüge aus literarischen Werken präsentieren: der Pianist und Cembalist Kornraset Narkmun (Kunstuniversität Graz), die Sopranistinnen Annie Ternström (Universität für Musik und Darstellende Kunst Wien) und Clara Heupgen sowie der Trompetenspieler Zekö Sebesy.
Die Künstler:innen wollen ihr Expertise auch in Zukunft für Interessierte zur Verfügung stellen und planen, weiterführende Fortsetzungsveranstaltungen auf Anfrage zu konzipieren und auszuführen. Das Künstlerduo Bartmann und Sebesy hat bei einigen Vernissagen der Wanderausstellung im Herbst/Winter 2023/24 künstlerisch-musikalische Performances dargeboten und forscht weiterhin im Zuge seiner gemeinsamen Praxis. Ein Dokumentationsvideo des Künstlerduos gibt es hier zu sehen. Interessierte können mit den Künstlern per Instagram Kontakt aufnehmen.
Künstler:innen und Musiker:innen
Jacob Bartmann, Akademie der Bildenden Künste Wien
Clara Heupgen, Universität Mozarteum Salzburg
Sibel Koschinski, Kunstuniversität Linz
Kornraset Narkmun, Kunstuniversität Graz
Annie Ternström, Universität für Musik und Darstellende Kunst Wien
Zekő Sebesy, Universität Mozarteum Salzburg





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